Reinhard Simon
„Bitte richte meinem kleinen Kind meine tiefste Liebe und meine besten Wünsche aus…“ Lilli Simon (1906-1943) und ihre Familie in der Zeit des Nationalsozialismus
„Bitte richte meinem kleinen Kind meine tiefste Liebe und meine besten Wünsche aus…“ Lilli Simon (1906-1943) und ihre Familie in der Zeit des Nationalsozialismus
2022 besucht der Autor Reinhard Simon das Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Sobibor. Im Museum vor Ort gibt er den Städtenamen Neustrelitz in eine Datenbank ein, um zu erfahren, wer aus seiner Heimatstadt hier zu Tode kam. Es erscheint ein Name, der ihn überrascht: Lilli Lucie Simon. Beide haben den gleichen Nachnamen, sind jedoch nicht miteinander verwandt. Reinhard Simon macht sich auf die Spurensuche. Durch seine Recherchen wird das Leben von Lilli Simon wieder sichtbar.
Die Pogromnacht 1938 ist - wie für alle jüdischen Familien - auch für die jüdische Familie Simon in Marienwerder in Westpreußen ein Wendepunkt. Ehemann James Simon flieht kurz darauf nach Großbritannien, Lilli mitsamt der Tochter Marianne nach Berlin. Von dort gelangt die Sechsjährige im August 1939 mit einem der letzten Kindertransporte nach London. Lilli Simon kann nach Holland fliehen, jedoch 1940 besetzen die Nazis Holland. 1943 kommen Lilli Simon und ihr in Holland geborener Sohn Eli in die Lager Vught und Westerbork. Von hier geht es am 20. Juli 1943 in einem Güterwaggon in das Vernichtungslager Sobibor. Der Transport umfasste 2.209 Menschen - niemand überlebte. Lilli wurde mit 37 Jahren und Eli kurz vor seinem zweiten Geburtstag von den Nazis ermordet.
Anhand dieser Dokumentation werden die Stationen vieler Familienmitglieder sichtbar - die meisten von ihnen überlebten den Holocaust nicht.
Erscheinungsjahr: 2026
ISBN: 9783968370477
200 Seiten
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